Kleist-Preisträger Ralf Rothmann "Ich bin eher ein mönchisches Naturell"

Der Schriftsteller Ralf Rothmann (Deutschlandradio/ Sandra Ketterer)

Der Schriftsteller Ralf Rothmann scheut das Rampenlicht und verkriecht sich lieber, um in Ruhe zu schreiben. Dabei sind Romane wie "Milch und Kohle" oder "Junges Licht" entstanden. Nun wird der Nachtschreiber mit dem Kleist-Preis ausgezeichnet.

Der Musiker Jamal Ali Freier Content für Aserbaidschan

Der Musiker Jamal Ali am Kottbusser Tor in Berlin-Kreuzberg, wo er längere Zeit gewohnt hat.  (Jahangir Youssouf )

Von Baku nach Berlin führte der Weg des Musikers Jamal Ali. In Aserbaidschan war er wegen seiner oppositionellen Lieder inhaftiert worden. Seit seiner Ausweisung setzt er sich im Netz kritisch mit seinem Heimatland auseinander.

Patienten ohne Krankenversicherung "Die Menschen kämpfen ums Überleben"

Arzt Hanno Klemm von der Malteser Migranten Medizin behandelt einen Jungen aus Guinea Aequatorial in der Praxis des Malteser Hilfsdienst in Berlin. (imago/IPON)

Allein in Berlin leben mindestens 30.000 Menschen ohne Krankenversicherung. Viele Betroffene haben keinen Aufenthaltsstatus und gehen deshalb erst dann zum Arzt, wenn sie es ohne medizinische Versorgung nicht mehr aushalten. Ein Ausweg: der anonyme Krankenschein.

Umstrittene Ausstellung in Berlin Tapfere Drogenhändler?

Ein vorläufig festgenommener, mutmaßlicher Drogenhändler steht am 10.02.2014 in Handschellen vor einem Polizeiwagen in Berlin und lässt sich von einem Polizisten die Jacke schließen. Bei einer Razzia rund um den Görlitzer Park in Kreuzberg überprüfte die Polizei 49 Personen und leitete neun Strafermittlungsverfahren wegen Drogenhandels ein. Insgesamt wurden 69 kleine Drogentütchen, vier Ampullen mit Amphetaminen und drei Kugeln Heroin beschlagnahmt. Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa | Verwendung weltweit (picture alliance / dpa / Bernd von Jutrczenka)

In Berlin eröffnet demnächst im Bezirksmuseum Friedrichshain-Kreuzberg eine Ausstellung über afrikanische Drogendealer. Der US-Amerikaner Scott Holmquist porträtiert dort Menschen, die zum Beispiel im Görlitzer Park Drogen verkaufen. Selbst Toleranten ist das zu viel.

Die neue Dlf Audiothek App ist ab sofort in den Appstores von Apple und Google zum kostenlosen Download erhältlich (Deutschlandradio)

Kultur

Martina Gedeck "Ich verwandele mich in andere Dinge"

Die Schauspielerin Martina Gedeck posiert  bei der Filmpremiere von "Gleißendes Glueck" am 10.10.2016 in der Lichtburg in Essen für die Fotografen. (imago / Sven Simon)

Sie wirkt immer anders, lässt sich nicht auf einen bestimmten Typus festlegen: Martina Gedeck ist hierzulande eine der gefragtesten Schauspielerinnen. Im Gespräch mit Susanne Führer erzählt sie, wie sie sich die Verwandlung für ihre Rollen erarbeitet.

"dis/order" über Kunst und Aktivismus in der Putin-Ära Widerstand gegen Zensur zum Prinzip erhoben

Maskierte Künstlerinnen der feministischen Punk-Band "Pussy Riot" bei einer Aktion in einer Moskauer Kirche, 2012 (dpa / picture alliance / ITAR-TASS/ Mitya Aleshkovsky)

20 Jahre Putin als Präsident haben die russische Kunstszene nachhaltig verändert. Das Kulturfördersystem wird inzwischen staatlich kontrolliert und Regimekritiker drakonisch bestraft. Eine Schau in Aachen zeigt nun, was in Russland nicht mehr zu sehen sein darf.

100. Todestag von Auguste Rodin Sein Realismus verstörte die Pariser Salons

Zu sehen ist die Skulptur "Der Kuss" des französischen Bildhauers Auguste Rodin. (Imago)

Obwohl er drei Mal an der Kunstakademie abgelehnt worden war, wurde Auguste Rodin so etwas wie der Superstar der Bildhauerei. Die Expressivität seiner Figuren fasziniert auch noch heute. Vor 100 Jahren starb er in Meudon bei Paris.

Politik & Zeitgeschehen

Verhandlungscoach über Jamaika-Sondierung "Immer wieder Verletzungen auf der Beziehungsebene"

CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer (links), FDP-Generalsekretärin Nicola Beer, CDU-Generalsekretär Peter Tauber und der politische Geschäftsführer von Bündnis 90/Die Grünen, Michael Kellner (rechts) (dpa / picture alliance / Maurizio Gambarini)

Wer seine Emotionen nicht im Griff hat, kann keine erfolgreiche Verhandlung führen, meint Thorsten Hofmann, Experte für Krisenkommunikation. Bei den Jamaika-Gesprächen mache sich bemerkbar, dass Deutschland keine klassische Verhandlungskultur habe.

Geflüchtete als Assistenzlehrer "Wir brauchen dich auf jeden Fall!"

Flüchtlinge und Zuwanderer bei einer Fortbildung. (picture alliance / dpa / Arne Dedert)

Wie können geflüchtete Fachkräfte sinnvoll integriert werden? Für Lehrerinnen und Lehrer gibt es in Brandenburg eine neue berufliche Perspektive: Mit dem "Refugee Teachers Program" werden sie zu Assistenzlehrkräften ausgebildet und als kulturelle Mittler eingesetzt.

Ihre Wunsch-Weltzeit 2017 Worüber sollen wir berichten?

Geschäftsmann hält eine faltbare Weltkarte. (imago stock&people)

Was wäre, wenn Sie einen Wunsch bei uns frei hätten? Über welches Thema oder welche Region auf der Welt möchten Sie gern mehr hören? Schreiben Sie uns bis zum 17. November und dann läuft vor Weihnachten vielleicht Ihre Wunsch-Weltzeit.

Literatur

Pia Tafdrup: "Tarkowskis Pferde" Der langsame Abschied des demenzkranken Vaters

Pferde auf einer Weide im Morgengrauen (imago)

Pia Tafdrups Vater ist dement: Sein Gedächtnis verschwimmt, die Welt entgleitet ihm langsam, aber sicher. In ihrem Gedichtband "Tarkowskis Pferde" nimmt die dänische Dichterin Abschied. Ein bewegendes Trauerbuch.

Norbert Horst: "Kaltes Land" Mörderische Geschäfte

Cover Norbert Horst: "Kaltes Land" (Goldmann / picture alliance / dpa/ Nikos Arvanitidis)

Drogen, Zwangsprostitution, Organhandel: In Norbert Horsts neuem Krimi "Kaltes Land" sieht sich Kommissar Steiger mit einem Netzwerk von Kriminellen konfrontiert – und mit einer Welt, in der das Leben eines Flüchtlings nicht viel wert ist. Mehr

Max Tegmark: "Leben 3.0" Eine Superintelligenz als Diktator – oder Schutzgott

Wie viel Macht haben Maschinen über uns? Demnächst noch viel mehr, meint Physiker Max Tegmark. (dpa / TASS / Stoyan Vassev / Ullstein Buchverlage)

"Leben 3.0" nennt der schwedische Physiker Max Tegmark eine Daseinsform künstlicher Intelligenz, die dem Menschen überlegen sein wird. Er fragt sich, was passieren wird, wenn diese "Superintelligenz" die Macht an sich gerissen hat. Dafür hat er gleich zwölf Szenarien.

Musik

Sandra Hüller vertont Wolfgang Herrndorf Schonungslose Texte voller Zärtlichkeit

Sandra Hüller (imago/Manfred Segerer)

Vor vier Jahren starb der Schriftsteller Wolfgang Herrndorf. Nun bringt Sandra Hüller Herrndorfs letzten Roman "Bilder deiner großen Liebe" als Konzert auf die Bühne.

Roman Smolorz: "Singen zwischen Katholischer Kirche und NS-Staat" Die Regensburger Domspatzen als Nazi-Zöglinge

Der Chorleiter Monsignore Georg Ratzinger dirigiert die Domspatzen im Dom von Regensburg am 09.04.1976. (picture alliance/dpa - Hartmut Reeh)

Die Regensburger Domspatzen waren im NS-Staat willfährige und nützliche Helfer des Regimes. Das stellt Autor Roman Smolorz in seinem Buch "Singen zwischen Katholischer Kirche und NS-Staat" fest. Der Chor habe sich dem Regime sehr angedient.

"Soul of a Woman" Posthumes Album von Sharon Jones

Sharon Jones  (picture alliance/dpa/Foto: Javier Etxezarreta)

Vor einem Jahr ist die US-amerikanische Soulsängerin Sharon Jones gestorben. Vor ihrem Tod hatte sie noch das Album "Soul of a Woman" aufgenommen, das jetzt erscheint. Wir haben mit dem Musikproduzentin Gabe Roth darüber gesprochen.

Wissenschaft

Schwangerschaft Warum zu viel Obst gefährlich sein kann

Eine schwangere Frau hält einen Apfel in der Hand. (Hans Wiedl/ dpa-zentralbild)

Viel Obst hilft viel? Nicht unbedingt! Denn wenn Schwangere Unmengen Orangensaft, Äpfel oder Kräuter konsumieren, kann das zu einem Risiko für das Kind werden.

Bibelmuseum in Washington Das "Buch der Bücher" landet im Zentrum der Macht

Das Deckenfresko "Die Erschaffung Adams" von Michelangelo Buonarroti in der sixtinischen Kapelle in Rom (dpa / picture alliance / Uli Deck)

Heute wird in Washington das "Museum of the Bible" eröffnet. Sein Sammlungsleiter, der deutsche Theologe David Trobisch, will Buch und Wirkungsgeschichte näher bringen. Die Bibel werde in den USA zwar wenig gelesen, aber allgemein als "moralische Richtschnur" empfunden.

Welttag der Philosophie Der Hochmut der Geisteswissenschaften

Benutzte Bücher von vorne (Syd Wachs / Unsplash)

Wird nach der gesellschaftlichen Rolle der Geisteswissenschaften gefragt, reagieren einzelne Fachvertreter mit Weltgeltungspathos, kritisiert Daniel Hornuff. In einer offenen Gesellschaft verfügen sie aber über kein interpretatorisches Monopol, so der Philosoph.

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